Finanzierung

Ohne Zweifel stellt fehlendes oder nicht ausreichend vorhandenes notwendiges Startkapital eine der größten und schwierigsten Hürden für eine Unternehmensgründung dar. Dennoch wäre es ein Fehler, mit der Suche nach Startkapital zu beginnen, so lange eine ausgereifte Geschäftsidee fehlt.

Es ist zunächst sekundär, bei welchem potentiellen Kapitalgeber Sie nach Startkapital fragen. Sie müssen grundsätzlich Antworten auf folgende drei Fragen parat haben:

1. Wofür?
2. Wie viel?
3. Für wie lange?

Nicht jedes Geschäftsvorhaben wird finanziert und jeder Kapitalgeber entscheidet auf der Grundlage eines aussagefähigen Geschäfts- und Finanzplanes.

Der Finanzplan ist ein wesentlicher Bestandteil Ihres Businessplanes. Er gibt einen Überblick, wie viel Geld Sie für den Start und die Anlaufphase Ihres Unternehmens benötigen. Er gibt Auskunft, ob und in welcher Höhe Sie Fremdkapital benötigen. Nicht zuletzt ermitteln Sie, ob Ihre Selbständigkeit bzw. Ihr Unternehmen so ertragreich ist, dass Sie auch davon leben können.

Der Finanzplan enthält folgende Übersichten:

1. Kapitalbedarfsplan

Wer ein Unternehmen gründet, muss - in aller Regel - zunächst einmal Geld in sein Vorhaben investieren. Ein Kapitalbedarfs¬plan gehört in jeden Business¬plan, unabhängig davon, ob Sie Ihr Vorhaben allein aus Ihren Ersparnissen oder mit Hilfe von Darlehen finanzieren. Wer auf eine genaue Planung verzichtet, riskiert, dass am Ende das Geld nicht ausreicht. Beachten Sie, dass öffentliche Gründungsdarlehen oder Gründungszuschüsse nur vor der Gründung beantragt werden können.

2. Liquiditätsplanung

Eine sorgfältige und fortlaufende Liquiditätsplanung ist für jeden Unternehmer absolut unumgänglich. Anders als bei der Buchführung, in der Sie nur die tatsächlichen Einnahmen und Ausgaben festhalten, müssen Sie bei der Liquiditätsplanung Ihre geplanten und zu erwartenden Einnahmen und Ausgaben gegenüberstellen. Aus der Differenz der voraussichtlichen Einnahmen und Ausgaben ergibt sich der monatliche Überschuss (Überdeckung), den Sie zur Verfügung haben, um Ihre Rechnungen zu bezahlen. Womöglich stellt sich auch ein Fehlbetrag (Unterdeckung) heraus, den Sie schnellstmöglich beheben müssen, um Ihre Zahlungsfähigkeit zu sichern.

3. Rentabilitätsvorschau

Eine Rentabilitätsvorschau hilft Ihnen festzustellen, ob sich Ihr Vorhaben auch tatsächlich lohnt. In der Rentabilitätsvorschau stellen Sie den zu erwartenden Umsatz den zu erwartenden Kosten gegenüber. Die Rentabilitätsvorschau sollte drei Geschäftsjahre umfassen. Das dritte Jahr gilt dabei als besonders kritisch. Wenn Sie zinsgünstige Finanzierungen aus Förderprogrammen bekommen, müssen Sie in der Regel erst später mit der Tilgung beginnen. Ihre finanzielle Belastung steigt sprunghaft an. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit für die Recherche. Je realistischer und genauer Ihre Kalkulation ist, desto sicherer wird Ihre Startphase sein.

4. Finanzierungsplan

Wenn Sie ermittelt haben, wie viel Geld Sie brauchen, müssen Sie sich um die Finanzierung kümmern, also Geldquellen für Ihr Unternehmen finden. Quellen sind: Eigenkapital (Ihr eigenes Geld oder Beteiligungskapital anderer Geldgeber) sowie Fremdkapital (Bankkredite und öffentliche Fördermittel).

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